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Hunde-Erziehung

Hundetraining - Methode contra Verstand?

von harmoniepet am 09.02.2009


Barsoi-Welpe Aki
Der "Markt" für Hundetrainer aller Coleur ist offen, es gibt keine Regeln, keine geregelte Ausbildung. Einerseits ist das gut, denn jeder kann seinen Trainer frei wählen - Auswahl gibt es genug. Andererseits ist das schlecht, denn "viele Trainer" heißt auch: viele verschiedene Methoden, viele verschiedene "Rezepte", viele "Gebrauchsanweisungen" für Hunde, die sich teilweise komplett widersprechen.

Wir Menschen suchen förmlich für alles und jedes nach einem System, einer Methode. Warum ist das so? Weil wir dann nicht selbst denken müssen? Weil wir einfach etwas nachmachen oder nachplappern, was man uns vorsagt? Oder weil wir einfach nur zu faul sind, selbst zu denken? Selber denken hieße ja, selbst die Verantwortung für unser Tun zu übernehmen - damit tut man sich offenbar mehr als schwer. Jeder Trainer hat seine Methode, die er mehr oder weniger professionell vermarktet. Trainer wollen und müssen Geld verdienen, mit dem, was sie tun. Sie sind Dienstleister wie Handwerker oder Zahnärzte. Aber wie eben auch in anderen Dienstleistungsbranchen gibt es gute und schlechte. Im Gegensatz zu einem Handwerker oder Zahnarzt kann sich jedoch jeder einfach Trainer oder gar Tierpsychologe nennen. Das ist die Krux. Du kannst die Fähigkeiten Deines Trainers kaum prüfen. Das heißt jedoch, dass Du sehr genau prüfen mußt, ob der Trainer oder seine Methoden gut oder schlecht für Dich und das Dir anvertraute (und ausgelieferte) Lebewesen Hund ist. Und genau das tun die Wenigsten.

Viele suchen ihren Trainer danach aus, wie weit sie anreisen müssen und wie wenig das Training kostet. Frei nach dem Motto: Geiz ist geil. Dieser wirklich gute Slogan ist dabei, eine ganze Generation von Menschen zu prägen, negativ zu prägen. Und die Menschen merken es nicht einmal. Da wird der Methode A oder X vertraut, weil es eben näher ist, weniger kostet oder diese Methode ja angeblich bei Hund Y gewirkt hat. Je nachdem wie gut ein Trainer sich in Szene setzen kann, ist der Zuspruch groß. Trainer sind "In" oder "Out". Welch dummer Ansatz, sich einen Trainer auszusuchen. Einige sind sogar mit den Methoden ihrer Trainer gar nicht einverstanden, sie merken, dass diese ihren Hunden oder der Beziehung zu ihrem Hund mehr schadet als nützt. Sie sind aber "in der Nähe" und darum dackelt man brav weiter dort hin. Wenn dann alles völlig verfahren ist, der Hund vor Angst schlottert oder gar aggressiv wird, wird entweder der "blöde Hund" abgeschafft oder man sucht bei einem anderen Trainer Hilfe. Diese Hilfe muß dann aber schnell kommen und darf - um Gottes Willen - nicht viel kosten. Ich sage dann immer: sorry, Hexerei wird sofort erledigt - Wunder dauern etwas länger...

Viele Methoden sind bei vielen Hunden hilfreich, viele sind absolut kontraproduktiv. Ein guter Trainer hat keine festgefahrene Methode, er findet für jeden einzelnen Hund den richtigen Weg. Flexibiliät und Einfühlungsvermögen zählen - nicht die Methode X oder Y.

Unsere Welt braucht - gerade jetzt - Trainer, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind und Hundehalter, die selber denken, hinterfragen und sich nicht "hinter's Licht" führen lassen. Dann, und nur dann, wird die Welt auch irgendwann für unsere Hunde wieder erträglich.

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