Beitrag von redaktion am Samstag, 18. April 2009:

Portugiesischer Wasserhund: ein neuer Modehund?

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Portugiesischer Wasserhund
Bild: wikipedia

Portugiesischer Wasserhund: Fotografiert von Silke Hollje-Schumacher, zur verfügung gestellt von Wikipedia-Nutzerin Caronna


Nach langer Suche war es vor kurzem soweit. Die Kinder des neuen US-Präsidenten bekamen endlich den ersehnten Vierbeiner. Es ist ein portugiesischer Wasserhund mit dem Namen Bo.

Diese anspruchsvolle Rasse ist bei uns sehr selten und kaum bekannt. Der Deutsche Tierschutzbund fürchtet jedoch, dass der Portugiesische Wasserhund jetzt zu einem Modehund werden könnte, und warnt deshalb vor einem unüberlegtem Hundekauf.

Die ersten Züchter melden „ausverkauft". Viele solcher Modetiere kommen nach kurzer Zeit ins Tierheim, weil die Halter dem Tier schnell überdrüssig werden oder mit der Haltung überfordert sind. Wer ein Tier als Familienmitglied aufnehmen möchte, sollte sich vorher ausführlich informieren und sich anschließend im örtlichen Tierheim erkundigen.

Schon in anderen Fällen waren die tragischen Folgen von „tierischen Modetrends" in den Tierheimen spürbar. So gab es nach dem Kinofilm „101 Dalmatiner" eine Dalmatinerschwemme. Auch der Chihuahua war als Modetier beliebt, viele Tierhalter wurden aber schnell müde, sich dann dauerhaft um den Hund zu kümmern. Andere Tierarten wurden durch Filme und Werbung zu beliebten Stars. Ein Beispiel dafür ist der Clownfisch, auf den durch den Film „Nemo" ein Massenansturm einsetzte. Wenn die Schlagzeilen nachlassen, lässt leider oft auch die Begeisterung nach. Das Tier wird dann schnell zum Opfer menschlicher Modetrends. Der Portugiesische Wasserhund ist ein Rassehund mit besonderen Ansprüchen, der z.B. viel Auslauf benötigt. Das führt nach kurzer Zeit der Begeisterung oft zu Problemen.

„In den uns angeschlossenen Tierheimen warten tausende tolle Hunde auf ein neues Zuhause. Wir raten, sich nicht von einer Massenhysterie anstecken zu lassen und in aller Ruhe zu überlegen. Ein Tier ist kein Modeaccessoire", so Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes.

Solche Modetrends haben langfristig tragische Folgen. Der erhöhten Nachfrage steht dann immer auch ein größer werdendes Angebot durch unseriöse Händler und Massenzüchter gegenüber. Die Hündinnen werden als Gebärmaschinen missbraucht, die Welpen aus diesen „Tierfabriken" sind oft krank und werden.

 

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

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