Entwicklungsphasen beim Welpen
Die ersten Wochen sind entscheidend im Leben eines Welpen. Was hier versäumt wird, ist nicht wieder gut zu machen. Immer wieder werden Hunde bei sogenannten "Massenzüchtern" gekauft, wo sie in den wichtigsten Wochen ihres Lebens in Zwingern oder Verschlägen aufwachsen - ohne positive Prägung und sonstige Umweltreize. Hier sind Verhaltensprobleme oft schon vorprogrammiert.
Prägungsphase (ca. 4.-8. Woche, je nach Rasse)
Die Welpen beginnen miteinander zu spielen und fangen an, ihre Umwelt besser wahrzunehmen. Es kommt zu ersten Rangkämpfen, die Bewegungen der Welpen werden koordinierter und die Milchzähne brechen durch.
Während der Prägungsphase sind die Welpen gegenüber der Umwelt extrem aufgeschlossen und lernfähig. Alles in dieser Phase Erlebte und Erfahrene kann sich der Welpe besonders gut einprägen. Man spricht hier von prägungsähnlichem Lernen.
Ein Welpe sollte in diesem Alter noch bei der Mutter und seinen Geschwistern verbleiben. Ein guter Züchter achtet in dieser Zeit auf ausgiebigen Kontakt zu Erwachsenen, Kindern und der direkten Umwelt, denn dies ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung. Fehlhaltung und Isolation führen bereits zu Verhaltensstörungen.
Sozialisierungsphase (ca. 8.-12. Woche, je nach Rasse)
Das Säugen durch die Mutterhündin ist zumeist beendet und das Sozialverhalten des Welpen entwickelt sich weiter. Der größte Teil der Anpassung gegenüber der Umwelt findet in dieser Phase statt.
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für die Übernahme des Welpen durch seine zukünftigen Menschen. Die Lernfähigkeit ist immer noch sehr hoch.
Vielseitige Kontakte und ein konsequenter aber angemessener Umgang des Menschen sind wichtig. Durch Kontakt mit Artgenossen lernt der Welpe richtiges soziales Verhalten unter Hunden.
Bis zur 16. Woche befindet sich der Hund im Stadium der höchsten Lernfähigkeit im ganzen Hundeleben.
Mangelnde Prägung und Sozialisierung bis zu dieser Zeit können bereits Ängstlichkeit, Aggressivität, Schwererziehbarkeit bis hin zur Verhaltensstörung zur Folge haben.
Pubertätsphase (7.-12. Monat)
Ein großer Teil der charakterlichen Entwicklung des jungen Hundes ist nun abgeschlossen und der soziale Status innerhalb der Mensch-Hund Beziehung ist eindeutig bezogen. Die jetzt einsetzende Pubertät macht sich oft durch eine gesteigerte Aufsässigkeit gegenüber der Familie und anderen Hunden bemerkbar.
Der Hund zeigt oft in dieser Phase die Allüren eines Halbstarken und will herausfinden, wie weit er gehen kann. Er versucht schon erlernte Übungen zu hinterfragen und ggf. zu verweigern. Der Hund sollte von seinem Halter durch einen liebevollen, aber konsequenten Umgang von der Unabänderlichkeit der bis dahin aufgestellten Regeln überzeugt werden.
Die erste Hitze der Hündin und das Heben des Beines beim Urinieren des Rüden zeigt das Erreichen der Geschlechtsreife an. Auch in dieser Phase ist der regelmäßige Kontakt mit anderen Hunden sehr wichtig.
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Themen: Erziehung Welpen Entwicklung Prägung Sozialisierung
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